Sonntag, 27. September 2009

Wochenende

Wiedereinmal war ein Wochenende , welche hier zum Glück wirklich Wochenenden sind, da wir uns fest vorgenommen haben an diesen nicht über die Arbeit zu sprechen, da wir mit einer durchschnittlichen Arbeitszeit von über 50 Stunden mehr als genug Arbeit um die Ohren haben und im Büro sowieso schon als die Streber aus Österreich verschrien sind. Somit bekommt ihr nun auch einmal die Erklärung warum es während der Woche Blogtechnisch eher stil ist und nicht viel berichtet wird, da sich eben während der Woche nicht sonderlich viel tut...

Somit beschlossen wir aber auch am Freitag kurzerhand, dass wir fortgehen und suchten einen ehemals verrufenen Stadtteil auf: Kings Cross (auch Kings X). Neben den wenigen verbliebenen Rotlichteinrichtungen des Viertels gibt es dort in erster Linie die Möglichkeit Fortzugehen und den Abend "ausklingen" zulassen.

Wie gesagt, so auch getan. Und der Freitagabend war kurzweilig und verging eigentlich viel zu schnell... Amüsant dabei ist nur, dass man sich bei manchen Clubs eher in die Welt eines Computerspielers versetzt vorkommt, da man für seinen Eintritt von bis zu 15 A$ "Access to all 3 Levels" erhält und man sich dem Eintritt entsprechend auch durch alle einmal durcharbeitet (wobei durcharbeiten nicht wirklich der richtige Ausdruck ist, da die Australier meist um 9pm auf der Seite liegen und eigentlich nur noch darfauf warten, dass sie irgendwer rauswirft und sie somit heimkommen... Zur Erklärung dazu: Der Australier beendet seinen Arbeitstag bereits nach 7,5 Stunden, da er schließlich nur eine 37,5 Stunden Woche zu absolvieren hat und sich danach innigst seiner Stammkneipe hingibt... - glücklicherweise bieten die "kooperativen" Stammkneipen eine "Happy Hour" von 4pm bis 6pm an, welche uns wahrscheinlich nie widerfahren wird... Da aber glücklicherweise auch genug Touristen unterwegs sind kommt man nicht in die Verlegenheit, dass man alleine im Lokal steht.

Aufjedenfall war dann ebend er Freitagaben länger und die Nacht umso kürzer... Aber am nächsten Tag war aufstehen angesagt, da man ja schließlich noch Erledigungen zu tätigen hat, welche schon die ganze Woche von Tag zu Tag verschoben wurden... Zu diesen gehören neben Einkaufen (Lebensmittel wohlgemerkt) auch der nicht funktionierenden Telefonwertkarte auf den Grund zu gehen (die Lösung ist erstaunlich einfach: drei erfordert ein 3G taugliches Handy - sonst geht nix...) bis hin zum Organisieren der Reparatur des Teles, da dies ein Garantiefall ist...

Kaum "zuhause" angekommen, widmet man sich einem Gegenstand der im Land der Surfbretter auch dazugehört: Dem Bügelbrett - nicht aber um mit dem Trockentrainig für igrendwelche Surfmeisterschaften zu beginnen, sondern dem eigentlichen Verwendungszweck nachzugehen. Diese Betätigung hat dabei den Vorteil, dass einem wenigstens einmal am Tag richtig warm ist und man nicht friert... Wir hoffen dass dieser erbärmliche Zustand (das Gebäude ist ziemlich zugig und eine Klimaanlage ist nuneinmal nicht zum Heizen da...) der permanenten Kälte und des doch ziemlich starken Winds vorbei sind und wir ein paar wärmende Sonnenstrahlen genießen können...

Darüber hinaus befasst man sich auch noch intensiv mit seiner Digitalkamera und entnimmt ihr alles, was nach über einem Jahr harten Belastungen, einer Reinigungunterzogen werden kann. Nebenbei versucht man die Grundregeln von Cricket (aktuell findet die Weltmeisterschaft in Südafrika statt) und Rugby - derer Ligen es hier ja drei verschiedene gibt - zu verstehen, damit man sich auf einem der drei zur Verfügung stehenden Sportkanäle wenigstens irgendeiner Sportart widmen kann (insgesamt stehen uns 10 Kanäle zur Verfügung, wovon drei Sport bringen und der Rest irgendwelche Soaps... - immerhin weiß ich jetzt, wo die Ozzies (=Aussies = Australier) Englisch lernen...

Und dann war da noch der Sonntag - und der wurde genutzt um Syndey zu erforschen von Ost nach West - und dies im wahrsten Sinne des Wortes...

So starteten wir heute um 11am von der Parallelstrasse (der Vorteil wenn man in der Nähe einer Eisenbahnhaltestelle wohnt - dann sind die Busse auch nicht weit weg) Richtung Manly - dem so ziemlich östlichsten Stadtteil von Sydney um dort einmal festzustellen, dass Digitalkameras bessere Bilder liefern, wenn man einen Speicherchip einsetzt (vorausgesetzt man hat ihn mit und nicht nach der Reinigung hinterm Notebook "versteckt" - nun habe ich zwei und einer sollte von nun an immer dabei sein... ;-) ).
Nach der Organisation desselben konnten wir uns einmal entspannt der Fußgängerpromenade zuwenden und feststellen, dass jeder Windkanal-Forscher mit dieser seine wahre Freude haben würde... Dennoch entschlossen wir uns dazu in dieser etwas zu essen, was sich zwar nicht direkt als Fehler erwiesen hat aber, besser essen waren wir auch schon... (PS: Hier bekommt man generell Steaks ab 8-10 A$...).













Strand von Manly - ja, es ist kalt...













Das bisschen Wasser im Hintergrund reicht im übrigen bis nach Amerika...

Somit waren wir alsbald auch mit Manly fertig, da dieses eigentlich nur aus zwei (Haupt)Strassen und dem Nationalpark besteht, wir aber aufgrund der Windgeschwindigkeiten dem Park mit großer Eigengeschwindigkeit dem Rücken zukehrten.

Zurück ging die Fahrt nicht mit dem Bus, sondern mit der Fähre (welche ja am Mittwoch beim Sandsturm den Betrieb einstellten) und so gaben wir dem Steuermann den Befehl auf "Circular Quay" zuzuhalten (er hätte es wahrscheinlich auch ohne innerlichen Wunsch unsererseits gemacht, da es sich hierbei ja um Linienfähren handelt...).

Kurz vor Circular Quay bot sich erneut der Blick auf die Oper und die Harbour Bridge

























Navy Hafen in der Stadt






Auch das ist Sydney... (ganz ohne Oper und Harbour-Bridge...)





































Im Anschluss daran ging die Fahrt mit einer Katamaran-Fähre weiter in Richtung Paramatta, welches eher im Westen von Sydney liegt. Bei der Fahrt dorthin durfte man dann auch schon das eine oder anderemal Meerwasser (durch den Wind aufgewirbelte Gischt) kosten, welches bis in die letzte Reihe des Kats (besser gesagt: der "Cat" - die Dinger heissen nämlich "Rivercats") in den Fahrgastraum verfrachtet wurde... Vorbei an unzähligen Luxusvillen, welche landseitig einge Garage besitzen dürften aber wasserseitig garantiert eine haben, ging dann die Fahrt fast eine Stunde lang bis zur Haltestelle "Olympic Park", welcher unser Ziel war.

Dort angelangt machten wir die Feststellung: Wenn Busse wo fahren, dann fahren diese nicht immer auf den Fährfahrplan abgestimmt und wir machten uns auf einen ungeahnt langen Fussmarsch...

Schlussendlich kamen wir aber bei den Austragungsstätten der 27. olympischen Spiele der Neuzeit an und waren von der größe des Areals mehr als beeindruckt - vor allem da diese Fläche nun bis auf die Acer-Arena so ziemlich leer steht und nicht mehr genutzt wird.
Danach war für uns Heimfahren angesagt, da die Haut im Gesicht bereits mehr als genug gelitten hatte (aber kein Sonnenbrand, sondern einfach ausgetrocknet durch den kalten Wind den ganzen Tag über...).
Die abschließende Zugfahrt währte für rund eine Stunde - um eine Strecke von lediglich rund 20km zu überwinden... achja - wir waren heute mit einem Tagesticket unterwegs, Kostenpunkt: 17 A$ - gültig für alle Verkehrsmittel (also Bus, Zug und Fähre).












ANZ-Arena